8 Gründe dafür, dass es ab 2020 keinen Galopp mehr in Neuss geben sollte

21. Juni 2019  Uncategorized

Wir haben uns schon häufiger zum Gebaren des Neusser Reiter- und Rennvereins und zu unseren Vorstellungen einer zukünftigen Nutzung des Rennbahnparks geäußert. Da die Diskussion noch immer schwelt, haben wir unsere Haltung einmal kurz zusammengefasst. 8 entscheidende Aspekte in zufälliger Reihenfolge:





  1. Die Kosten:  Seit mehr als 16 Jahren zahlt die Stadt jährlich für einen Kredit des Reiter- und Rennvereins (NRRV) einen hohen 5-stelligen Betrag. Darüber hinaus profitiert der Verein seit vielen Jahren von einer denkbar entgegenkommenden Pachtvereinbarung mit der Stadt. Der Rennbetrieb wird somit nur durch öffentliche Mittel am Leben erhalten.
  2. Intransparenz: Wiederholten Aufforderungen zum Trotz besteht noch immer keine vollständige Transparenz über die Finanzlage des Vereins. Erst als die Übernahme der letzten Kreditrate durch die Stadt gefährdet erschien, konnte der chronisch unterfinanzierte NRRV plötzlich einen Zuschuss in Höhe von 20.000 Euro vorweisen und so erstmals seit 2002 einen Teil seiner Schulden selbst zahlen.
  3. Ungerechtigkeit: Viele Sportvereine in Neuss drehen jeden Euro zweimal um und bemühen sich, mit neuen Ideen und viel Engagement einen Beitrag für das Zusammenleben zu leisten. Sie betreiben ehrenamtliche Jugendarbeit und kümmern sich um Inklusion und Integration. Beim Rennverein hingegen stimmt das Verhältnis zwischen öffentlichen Zuschüssen und öffentlichem Nutzen vorne und hinten nicht.
  4. Keine Mitwirkung: Der NRRV ließ die Stadt in den vergangenen Jahren immer wieder abblitzen.  Während Funktionäre in Interviews neuen Konzepten und einer rosigen Zukunft sprachen, unterließ es der Verein, die Stadt Neuss umfassend über sein Handeln zu informieren. Wie sich herausstellte, handelte sich bei den angepriesenen Visionen zumeist um Luftschlösser. Seiner Verpflichtung zur Pflege des Rennbahngeländes kommt der Verein für jedermann sichtbar nur sehr ungenügend nach.
  5. Perspektivlosigkeit: Es ist kein Konzept bekannt, welches die Zukunft der Renntage ohne gewaltige Steuermittel-Zuschüsse sichern könnte. Der erprobte Streetfood-Markt findet zukünftig nicht mehr in Verbindung mit Renntagen statt. Das dafür gezahlte Geld fehlt dann für soziale, kulturelle und ökologische Maßnahmen.
  6. Neue Chancen: Ohne Galopp könnte der Rennbahnpark zu einer attraktiven Anlage mit hohem Erholung- und Freizeitwert aufgewertet werden. Die bisherigen Renntage und das Training auf der Bahn schränken die Nutzung für die Öffentlichkeit extrem ein. So dürfen bisher bspw. keine höheren Bäume im Park gepflanzt werden, um die Sichtbarkeit der Rennbahn nicht zu beeinträchtigen.  Diese Hürden würden entfallen und der Weg für eine grüne Lunge wäre frei.
  7. Neue Events: Auch hier wird die Nutzung des Rennbahngeländes durch die Renntage blockiert, weil keine Planungssicherheit besteht. Entfallen die Rennen aus dem Terminkalender, besteht die Chance, neue Veranstaltungen nach Neuss zu holen.
  8. Tierschutz: Rennpferde führen ein tristes Dasein. Sie werden meist schon sehr früh zu Höchstleistungen getrieben. Hinzu kommt der Einsatz von Peitschen und die extreme Belastung. Immer wieder brechen Pferde auf den Rennbahnen tot zusammen. Es gibt keinen vernünftigen Grund, diesen „Sport“ in Neuss weiter zu fördern.

Fazit: Keine neuen Verhandlungen mit dem Rennverein! Die Kündigung des Vertrages ist zum Jahresende 2019 bereits erfolgt – dabei muss es bleiben!

So könnte die Zukunft des Rennbahnparks aussehen (Link zu NGZ-Online)


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.