Bezahlbarer Wohnraum weiterhin im Fokus

26. September 2017  News

Eine Studie der Hans-Böckler Stiftung hat unlängst ergeben, was DIE LINKE in Neuss schon lange kritisiert: Das Wohnen in Neuss ist viel zu teuer! Die Neusser zahlen durchschnittlich 30,1 Prozent ihres Monatseinkommens für Miete und Wohnkosten. Bei Haushalten mit niedrigen Einkommen ist diese Zahl noch höher. Neuss braucht mehr öffentlich geförderten Wohnraum. Der Anstieg der Mieten muss gebremst werden.

 

DIE LINKE kämpft in allen kommunalpolitischen Zusammenhängen für deutliche Verbesserungen am Neusser Wohnungsmarkt.  So setzen wir uns etwa im Zusammenhang mit der Entwicklung des ehemaligen Whitesell-Geländes für einen größtmöglichen Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen ein. Das ist eine wichtige Aufgabe, da der Rat in den letzten Jahren immer wieder größere Flächen bebauen ließ, ohne für einen vernünftigen Anteil an bezahlbarem Wohnraum zu sorgen. Damit verstießen Politik und Verwaltung wiederholt gegen das vom Rat verabschiedete „Konzept bezahlbarer Wohnraum 2030“, das inzwischen schon vollständig Makulatur geworden ist. DIE LINKE hat dieses Vorgehen bei jedem einzelnen Wohnbauprojekt kritisiert und wird dies auch weiterhin tun.

Unsere Fraktion hat sich in den letzten Jahren auch vehement dafür eingesetzt, dass Wohnungen leichter zugänglich werden. So setzten wir im Sozialausschuss durch, dass die Stadt selbst Wohnungen für wohnungslose und arme Menschen zur Verfügung stellt. Der Bauverein muss nach unserer Auffassung auch Wohnungen an Menschen in schwierigen Lebenslagen, z.B. bei bestehender Verschuldung oder Wohnungslosigkeit, vermieten. Ebenso kämpfen wir seit Beginn der Ratsperiode gegen das „schlüssige Konzept“ des Kreises, in dem die sogenannten Mietobergrenzen für Leistungsempfänger geregelt sind. Für die dort festgelegten Grenzen gibt es in Neuss schlicht keine Wohnungen.

Mit der Forderung nach einer Wohnraumschutzsatzung verfolgen wir das Ziel, Wohnraum vor Zweckentfremdung zu schützen. So nimmt die Zahl der Vermieter zu, die vollständig ausgebaute Wohnungen nur noch als Ferienzimmer vermieten und sie so dem Wohnungsmarkt entziehen.

Doch all diese Bemühungen sind bei weitem nicht ausreichend. Das „Konzept bezahlbarer Wohnraum“ funktioniert nicht, es werden nur sehr wenige Wohnungen gebaut und in den anderen Fraktionen fehlt immer noch die Einsicht, dass die Wohnungspolitik der letzten Jahre (Jahrzehnte) vollständig versagt hat, bei der Aufgabe, das Wohnen in Neuss bezahlbar zu machen. Daher hat die Fraktion DIE LINKE auf ihrer gestrigen Fraktionssitzung beschlossen, das Thema noch einmal grundsätzlich anzugehen und zum Schwerpunkt der diesjährigen Klausurtagung zu machen. Für uns ist klar: die Wohnungsproblematik ist eine soziale Frage und eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Ein „Weiter so!“, darf es nicht geben. Die Politik muss endlich aktiv werden, sonst steigen die Mieten weiter – im Gleichtakt mit der Zahl der Wohnungslosen und Überschuldeten.

 

Sie sind auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung oder haben nach der monatlichen Mietzahlung kaum noch Geld für das tägliche Leben? Was fordern Sie von der Neusser Politik und von der Neusser Linken? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und schildern Sie uns ihre Sorgen und Probleme in einem Kommentar unter dem Artikel oder vertraulich über unsere Geschäftsstelle. Wir nehmen alle Anregungen ernst und suchen auch gerne das persönliche Gespräch mit Ihnen. Für ein sozialeres Neuss und eine bessere Zukunft können wir nur gemeinsam kämpfen.


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Trackbacks/Pingbacks