Clemens-Sels-Museum: LINKE beantragt Erweiterung und Verzicht auf Kürzungen im Sozial- und Jugendbereich

04. April 2016  Antrag, News

Wenn am 15. April der Neusser Stadtrat darüber berät, ob die Schenkung im Wert von 30 Millionen Euro angenommen werden soll, wird ihm ein Antrag der LINKEN vorliegen, die Schenkung anzunehmen und gleichzeitig sicherzustellen, dass weder der Jugend- noch der Sozialbereich in Zukunft unter den Ausgaben für die Museumserweiterung leiden.Als bislang einzige Fraktion positioniert sich damit die LINKE klar für die Annahme der Schenkung und für die Museumserweiterung.


„Die Schenkung ist eine große Chance für unsere Stadt“, ist sich Fraktionsvorsitzender Roland Sperling sicher: „Immerhin gehört die Sammlung zu den bedeutendsten Ihrer Art in Europa. Vergleichbare Sammlungen gibt es nur in Berlin oder Paris. Neuss würde in dieser Sparte kulturell also in einer Liga mit Weltstädten spielen, was die Attraktivität der Stadt ungeheuer erhöhen würde.“ Und das wird sich auch in „barer Münze“ nieder-schlagen, wenn Kulturtouristen aus aller Welt Neuss besuchen.

„Befürchtungen, dass die Ausgaben für den erforderlichen Museumsanbau zu Lasten der Mittel im Jugend- und Sozialbereich gehen könnten, sind nachvollziehbar – und sogar begründet! Dieser Gefahr muss man also etwas entgegensetzen“, so Sperling. Die LINKE beantragt daher eine Selbstverpflichtung des Stadtrats: sollten zukünftig Einsparungen nötig sein, die ohne den Museumsanbau nicht oder nicht in dieser Höhe nötig wären, so erfolgt der Haushaltsausgleich insoweit nicht über Kürzungen im Sozial- oder Jugenddezernat. „Das wäre dann eine Selbstbindung des Rates und eine Verpflichtung gegenüber den Neusser Bürgerinnen und Bürgern, an der sich die Politik in Zukunft messen lassen müsste.“

Zur Finanzierung will die LINKE stattdessen die Gelder des so genannten „Innenstadt-fonds“ heranziehen. Hier werden jährlich 300.000,- Euro vom Liegenschaftsbetrieb ausgeschüttet, die zur Stärkung der Neusser Innenstadt dienen sollen. „Der Beirat Innenstadtstärkungsprogramm, der Vorschläge zur Verwendung dieser Gelder machen soll, hat in den zwei Jahren seines Bestehens keine zündenden Ideen gehabt“, stellt Sperling fest. „Die Gelder wären daher für die Museumserweiterung sinnvoller eingesetzt. Und das Beste: richtig beworben, kann die Sammlung sogar zu einer kraftvollen Stärkung der Neusser Innenstadt führen! Denn mit einer professionellen Vermarktungsstrategie – evtl. unterstützt durch Neuss Marketing – kann die Sammlung die Innenstadt attraktivieren und die Einzelhandelsumsätze steigern. Einzelhändler können z.B. mit der Erstattung des Museumseintritts werben, wenn Kunden bei ihnen kaufen. Wir beantragen daher, dass die Neusser Firmen und Einzelhändler das großzügige Recht erhalten, kostenlos mit Fotos der Sammlung werben zu dürfen.“

Welche Größe die Museumserweiterung schließlich haben wird, hängt von viele Faktoren wie z.B. dem Denkmalschutz ab. Für die LINKE ist aber klar, dass keinesfalls die Minimallösung herauskommen darf, bei der die Sammlungsgegenstände gerade einmal irgendwie untergebracht werden können.  „Wir würden uns als Kulturstadt nicht nur über alle Grenzen lächerlich machen, sondern könnten auch den erwähnten Marketingeffekt nicht realisieren. Die Ausgaben für eine „kleine Lösung“ wären dann wirklich hinausgeworfenes Geld.

Bild auf dieser Seite: Rolf Cosar / wikipedia.de


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