Ehemaliges Whitesell-Gelände: Nostalgie darf eine moderne städtebauliche Entwicklung des Geländes mit bezahlbarem Wohnraum nicht verhindern!

25. Mai 2017  News

Bezahlbarer Wohnraum ist bekanntlich Mangelware in Neuss. Insbesondere Sozialwohnungen für Neusser Familien, deren finanzielle Spielräume nicht so üppig sind, werden dringend gebraucht. Trotz des vom Stadtrat beschlossenen Konzepts „Bezahlbarer Wohnraum“, der u.a. eine Quote für Sozialwohnungen bei jedem größeren Neubauprojekt vorsieht, gibt es immer wieder Großprojekte ohne eine einzige Sozialwohnung – angeblich weil das Projekt sonst für den Investor unwirtschaftlich sei.


Das ehemalige Whitesell-Gelände bietet aufgrund seiner Größe von über 6 ha nun die Chance, in großem Umfang neue Wohnungen zu errichten, so dass unstreitig auch ein bedeutender Anteil an Sozialwohnungen wirtschaftlich machbar ist. Das setzt aber nicht nur den Mut voraus, hier großzügig und großflächig zu planen. Die Entwicklungs-möglichkeiten dürfen auch nicht durch einen falsch verstanden Denkmalschutz vereitelt werden. Forderungen, z.B. das ehemalige Verwaltungsgebäude an der Further Straße zu erhalten, führen aber leicht dazu, die Sinnhaftigkeit der gesamten Neuplanung in Frage zu stellen. Im Übrigen gilt auch hier: nicht alles ist schön, was alt ist!
Bei allem Verständnis für nostalgische Gefühle angesichts der langen industriellen Nutzung des Geländes: Maßgeblich müssen die Bedürfnisse heutiger Neusser Familien sein sowie heutige Maßstäbe an eine moderne städtebauliche Entwicklung. Gerade wegen seiner exponierten Lage bietet sich das Gelände an, hier einen modernen, attraktiven und familiengerechten Stadtteil zu schaffen. Zur Erinnerung an frühere Zeiten kann u.U. an geeigneter Stelle eine Info-Tafel nach Neusser Modell errichtet werden.

Roland Sperling

(Fraktionsvorsitzender)

 

Bild auf dieser Seite: Arnold Plesse / wikipedia.de


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