Friedhofsgebühren: Verwaltung trickst und täuscht – tatsächlich Kostensteigerungen bis über 30%!

14. März 2017  News

Die Verwaltung behauptet, der Entwurf der neuen Friedhofsgebührensatzung steigere die Gebühren nur um moderate 9%. Im Umweltausschuss vergangene Woche wurde zu Recht kritisiert, dass die Vergleichszahlen fehlten, sich die Berechnung der Verwaltung darum nicht nachprüfen ließ. Nachdem die Zahlen nun vorgelegt wurden, ergibt sich: Die Verwaltung sagt die Unwahrheit! Denn in Wirklichkeit sind die Gebührensteigerungen teilweise horrend.


Der „Trick“: Leistungen, die bisher in den Gebühren enthalten sind, sollen künftig gesondert in Rechnung gestellt werden. Beispiel Urnenbestattungen, die mittlerweile mehr als die Hälfte aller Bestattungen ausmachen: Bislang kosteten sie 174,- Euro, nach der neuen Satzung sollen es 189,70 Euro sein (plus 9%). Aber: War bislang ein Träger für die Urne im Preis inbegriffen, so wird dieser Träger künftig zusätzlich mit 38,20 Euro in Rechnung gestellt. Gesamtkosten neu also 227,90 Euro, eine Steigerung von über 30%!
„Im Jahre 2015 gab es 717 Urnenbestattungen, nur in einem einzigen Fall haben die Hinterbliebenen auf den Träger verzichtet. Für fast alle Urnenbeisetzungen würde die neue Satzung also zu erheblichen Mehrkosten führen“, so Fraktionsvorsitzender Roland Sperling.
Ebenso bei herkömmlichen Wahlgräbern. Kostete eine Bestattung bislang 573,- Euro, so sollen es künftig zwar nur 539,60 Euro sein – allerdings ohne die bislang im Preis enthaltenen vier Träger. Rechnet man diese hinzu, so kommt man auf eine Summe von 691,60 Euro – eine Steigerung um mehr als 20%!
Da die Hinterbliebenen die Särge in Zukunft wohl kaum selber tragen werden, müssen sie entweder die höheren Gesamtkosten an die Stadt zahlen, oder das Bestattungsunternehmen stellt die Träger – gegen Kostenrechnung natürlich. So oder so wird es also erheblich teurer.

„Die Gerede von einer Gebührensteigerung von nur 9%, ist nachweislich unwahr. Da man uns zunächst keinerlei Zahlen vorgelegt hat, die es uns eine Nachprüfung erlaubt hätten, gehe ich von einem bewussten Täuschungsversuch aus“, so Roland Sperling.
Auf die Hinterbliebenen kommen schließlich auch deshalb noch weitere Kosten hinzu, weil die Friedhofsgärtner ihnen künftig Kosten in Rechnung stellen werden, die nach der alten
Friedhofssatzung nicht anfielen. „Die Friedhofsgärtner haben mit ihrer Kritik insofern recht“, stellt Roland Sperling fest, „ denn bislang konnten sie Grünabfälle kostenlos vor Ort entsorgen.

Das ist jetzt nicht mehr möglich.“ Das kann man aus guten Gründen so regeln. „Aber zu
behaupten, das sei auch bisher schon so gewesen, ist eindeutig falsch“, so Roland Sperling. „Selbst ein juristischer Laie erkennt bei einem Vergleich mit der alten Friedhofssatzung, dass es den Friedhofsgärtnern früher nicht untersagt war, die Grünabfälle abzulagern.“

Weiterhin liegt bei der Friedhofsverwaltung also viel im Argen. Die LINKE wird deshalb der
neuen Gebührensatzung nicht zustimmen.


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Trackbacks/Pingbacks