Gefährliche Baustellen: Radfahrer und Fußgänger besser schützen!

21. Juni 2016  Antrag, News

Viele Baustellenabsicherungen in Neuss weisen gravierende Mängel auf. Besonders dann, wenn Straßenbauarbeiten in der Nähe von Rad- und Fußwegen stattfinden, werden fehlerhafte Absicherungen schnell zur Gefahr für Leib und Leben: zu niedrig angebrachte Schilder gefährden Radfahrer, Wege werden unzulässig verengt oder enden im ungesicherten Baustellenbereich, Umführungen sind nicht ausreichend kenntlich gemacht und großflächig verteilter Baustellenschutt erhöht die Sturzgefahr.

Neben Radfahrern sind Menschen mit einer Geh- oder Sehbehinderung besonders gefährdet. Auch für Familien mit Kinderwagen ist an vielen Baustellen kein sicheres Weiterkommen möglich.

„Radfahrer erreichen, wenn sie aufrecht sitzen, schnell eine Höhe von über zwei Metern. Gerade im Baustellenbereich müssen sie sich besonders auf die Wegführung konzentrieren. Somit werden zu niedrig hängende Baustellenschilder, die zudem noch in den Radweg hineinragen, zu einer großen Gefahr“, erklärt Christian Babel, radverkehrspolitischer Sprecher der Linksfraktion. Babel hat solche Fehler in Neuss schon oft beobachtet, zur Zeit zum Beispiel am nördlichen Bauabschnitt der Römerstraße.

Doch es geht nicht nur um Verkehrszeichen: „Das Problem betrifft fast alle Bereiche der Baustellenabsicherung. An der Römerstraße ragen die Standfüße von Absicherungen und Schildern in den Radweg hinein und erhöhen die Sturzgefahr. Umleitungen führen über ungepflasterte Bereiche und an ungesicherten Baugruben vorbei. An der Batteriestraße wird die Radfurt soweit verengt, dass ein sicheres Nebeneinander von Rad- und PKW-Verkehr unmöglich wird. Es muss dringend etwas unternommen werden, bevor es zu schweren Unfällen kommt!“, so Babel.

In einem Antrag zur nächsten Ratssitzung am 01. Juli 2016 fordert die Linksfraktion die Verwaltung nun auf, die Baustellenabsicherung in Neuss zukünftig besser zu kontrollieren und auch die zuständigen Unternehmen in die Pflicht zu nehmen. Unzulässige und gefährliche Absicherungsmaßnahmen sollen künftig mit einem Bußgeld geahndet werden. Als Maßstab für die ordentliche Sicherung von Baustellen sollen die Hinweise der „Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Kreise und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen (AGFS)“ genommen werden.

Die AGFS-Kommission hatte auch bei ihrer Begehung in Neuss auf die unzureichenden Absicherungsmaßnahmen an Baustellen hingewiesen. Ebenso wie die Linksfraktion, die die gefährlichen Baustellen in Neuss schon in der Sondersitzung des Arbeitskreises „Rad und Fuß“ am 12.Mai thematisierte. Verbessert hat sich seitdem nichts.

Der Antrag zum Download (.pdf):

Verbesserung von Baustellenabsicherungen im Bereich von Geh- und Radwegen

 

 

Bild auf dieser Seite: Sebastian Göbel  / pixelio.de


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