Gewerbegebiet Derikum: CDU-„Kompromiss“ ist Augenwischerei

17. Januar 2020  News

LINKE fordert weiterhin völligen Verzicht auf Ausbau des Gewerbegebiets

Die Bürgerinitiative Elvekum hat Recht: Die Erweiterung des Gewerbegebiets Derikum wird zusammen mit dem Ausbau des Gewerbegebiets „Am Silbersee“ und einer Autobahnanschlussstelle Delrath zu erheblichen Verkehrsbelastungen in Elvekum und Umgebung führen.


Alle drei Projekte müssen zusammen betrachtet werden, ansonsten geraten die Dimensionen aus dem Blick. Genau das ist aber bislang nicht der Fall, und an diesem Fehler krankt auch der Vorschlag des CDU-Kandidaten Büchler. „Es reicht nicht aus, das geplante Gewerbegebiet Derikum nur um 20% zu reduzieren und im Übrigen hinter Büschen zu verstecken“, so Roland Sperling, Fraktionsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat der LINKEN.

„Das ist Augenwischerei. Denn dadurch würde sich der Verkehr allenfalls minimal verringern“, so Sperling. „Ein Ausbau des Gewerbegebiets Derikum bedeutet zwangsläufig eine erhebliche Verkehrsbelastung. Dies hat nun auch die CDU realisiert. Die Lösung kann aber nicht lauten, das Gewerbegebiet dann eben ohne Lösung des Verkehrsproblems zu bauen. Vielmehr muss gefragt werden, ob das Gewerbegebiet unter diesen Voraussetzungen überhaupt zumutbar ist.“

Diese Frage hat DIE LINKE für sich bereits verneint: „Als einzige Fraktion lehnen wir das Gewerbegebiet Derikum weiterhin grundsätzlich ab“, so Sperling. Dabei wendet sich DIE LINKE auch gegen Gedankenspiele, als Ausgleich für ein verkleinertes Gewerbegebiet Derikum die Morgensternsheide als Standort in Betracht zu ziehen: „Einzelne Standorte und damit die jeweiligen Anwohner gegeneinander auszuspielen – genau das haben wir immer verhindern wollen!“, so Sperling, der auf seinen abgelehnten Antrag nach einem Gewerbeflächen-Moratorium verweist: „Die Diskussion um Gewerbeflächen in Neuss ist von einer völlig ungebrochenen Wachstumsideologie geprägt. Nach der Sinnhaftigkeit neuer Gewerbeflächen wird nicht gefragt, schon die Frage gilt als naiv. Sonst so gepriesene Werte wie Umwelt und Heimatgeraten unter die Räder. Welche Flächen die Stadt Neuss aber zum Erhalt der Arbeitsplätze und für ihre Einnahmen braucht, ist völlig unklar. Das „Gewerbeflächengutachten“ sagt dazu nichts. Alle Fraktionen einschließlich der GRÜNEN haben es abgelehnt, dieser Frage nachzugehen. Soweit es um den Erweiterungsbedarf der Neusser Unternehmen geht, liegt dieser bei geschätzten 35ha bis zum Jahre 2035.Für diesen Bedarf sind das Gewerbegebiet Holzheim und die noch vorhandenen Restflächen mehr als ausreichend. Und das Gewerbegebiet Altes Pierburggelände steht zusätzlich weiter zur Verfügung.“

Neufestsetzungen im Flächennutzungsplan lehnt DIE LINKE daher ab.

Berichterstattung über den Vorschlag der CDU (WZ – externer Link)


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