Leichte Sprache: Es geht voran!

11. September 2017  News

„Der Weg zur Umsetzung der Leichten Sprache in der Verwaltung ist konzeptionell abgeschlossen und wird zurzeit intern abgestimmt“, so heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Verwaltung aus dem Sozialausschuss. Um die Einführung der Leichten Sprache in der Verwaltung zu befördern, hat die Stabsstelle Inklusion einen Leitfaden entwickelt und wichtige Vorarbeiten geleistet. Der Leitfaden soll demnächst vorgestellt werden und dann soll es an die Umsetzung gehen.

 

Die Fraktion DIE LINKE hatte das Thema „Leichte Sprache“ am 8. Mai 2015 in den Rat eingebracht und einen konkreten Antrag gestellt. Alle für die Öffentlichkeit bestimmten Dokumente der Stadt sollten zukünftig allgemeinverständlich in Leichter Sprache erscheinen.

Der Antrag fand große Zustimmung im Rat und im Sozialausschuss.

Leichte Sprache ist eine anerkannte Möglichkeit zum Abbau von Barrieren in der Kommunikation, sie hat eigene Regeln und Strukturen, ist zugänglich und verzichtet auf Fremdwörter oder schwierige Begriffe. Wichtige Informationen werden ‘auf den Punkt gebracht’. Um das in der UN-Behindertenrechtskonvention verankerte Recht auf Teilhabe an allen gesellschaftlichen und politischen Prozessen zu verwirklichen, ist eine barrierefreie, also für jeden Menschen verständliche, Kommunikation zwingend erforderlich. Dokumente von Rat und Verwaltung, Schreiben von Ämtern und Broschüren über das Leben in Neuss waren und sind jedoch häufig in einer nur schwer verständlichen Sprache verfasst. Vor diesem Hintergrund forderte die Ratsfraktion DIE LINKE mit der Leichten Sprache ein Menschenrecht ein. Nicht nur Menschen mit Behinderung profitieren hiervon, sondern alle Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen Schwierigkeiten beim Verständnis des sonst in der Verwaltung üblichen „Amtsdeutsch“ haben.

Nach dem Beschluss gründete die Verwaltung eine Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Leichten Sprache und begann damit, Prioritäten zu setzen. Zunächst sollten wichtige Informationen, etwa über die Ausstellung von Personalausweisen oder das Anmeldeverfahren in der Stadt übersetzt werden. Hierfür wurde professionelle Hilfe gesucht und erste Ergebnisse im Jahr 2016 vorgelegt. Darüber hinaus setzte sich auch der „Runde Tisch Barrierefreiheit“ mit der Leichten Sprache auseinander.

Natürlich wollen wir auch selbst besser werden. Die Ratsfraktion DIE LINKE strebt an, eigene Anträge und Pressemitteilungen zukünftig auch in Leichter Sprache zu verfassen. Auch hier soll es noch in diesem Jahr zu ersten sichtbaren Fortschritten kommen.


Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.