Mensch-Tier-Bestattungen: LINKE unterstützt Bürgerwunsch

30. Oktober 2018  Antrag, News

Auch in Neuss wünschen sich Menschen, im Todesfall zusammen mit ihrem Haustier bestattet zu werden.  Grundsätzlich möglich wäre dies als so genannte Grabbeigabe, indem die Totenasche des bereits vorverstorbenen Haustieres dem Sarg oder der Urne beigefügt wird.  Die Neusser Friedhofssatzung lässt solche Grabbeigaben aber nicht zu.

 

Dies war der Grund für eine Petition einer Neusser Bürgerin im Ausschuss für Anregungen und Beschwerden mit dem Ziel, die Satzung anzupassen. Der Ausschuss hat in seiner Sitzung vom 10.10.2018 das Thema in Umweltausschuss verwiesen.

Die Fraktion DIE LINKE unterstützt die Petition und macht sich dafür stark, Mensch-Tier-Bestattungen in die Friedhofssatzung aufzunehmen. „Für viele Menschen ist ihr Haustier Weggefährte und Familienmitglied“, so Vincent Cziesla (DIE LINKE). „Oft ist zwischen dem Menschen und seinem Haustier eine enge Beziehung gewachsen. Das Tier hat einen vom Menschen gegeben Namen, eine vom Menschen geliebte Individualität und spielt im Herzen des Menschen auch nach seinem Tod eine wichtige Rolle“, so Cziesla.

Eigene Begräbniszeremonien für Tiere soll es nicht geben. „Über die konkrete Ausgestaltung der Satzung muss sicher noch diskutiert werden. Wir sollten es den Menschen aber ermöglichen, die letzte Ruhestätte gemeinsam mit ihren Haustieren zu teilen“, so Cziela.

In der Stellungnahme der Stadtverwaltung heißt es, die Mensch-Tier-Bestattung sei nach Rücksprache mit geistlichen Würdenträgern nicht in die Satzung aufgenommen worden. Ein Argument, das Cziesla nicht gelten lässt: „Zunächst einmal ist festzuhalten, dass auf den städtischen Friedhöfen Menschen mit sehr unterschiedlichen religiösen Vorstellungen bestattet werden und verschiedene Wünsche und Anschauungen berücksichtigt werden müssen. Eine lehramtliche Stellungnahme zu diesem Thema sind mir weder von der katholischen noch von der evangelischen Kirche bekannt. Papst Franziskus hat in der Enzyklika Laudato Si eine Abkehr von veralteten Ansichten über das Verhältnis Mensch-Tier gefordert. Und das Erzbistum Köln empfiehlt sogar ausdrücklich den katholischen Gemeinden, Tier-Grabbeigaben in ihren Friedhofssatzungen zuzulassen.“

 

Berichterstattung von NGZ-Online (externer Link)

Berichterstattung des „Stadt Kurier“ (externer Linkt)


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