Mitbestimmung auf Augenhöhe – Linksfraktion fordert Kinder- und Jugendstadtrat für Neuss

20. Juni 2016  Antrag, News

Zur nächsten Ratssitzung am 01.07.2016 beantragt die Fraktion DIE LINKE die Einrichtung eines dauerhaften Kinder- und Jugendstadtrates in Neuss. Der Jugendstadtrat soll alle zwei Jahre gewählt werden und mit umfangreichen Rechten und Mitwirkungsmöglichkeiten ausgestattet werden. Wahlberechtigt sollen dann alle Kinder- und Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren sein.

„Die jungen Interessenvertreter sollen im Rat und in den Ausschüssen mitreden können, Empfehlungen abgeben und eigene Anträge stellen. Der Jugendstadtrat soll über alle Themen beraten, die für Kinder und Jugendliche in Neuss wichtig sind und eng in den politischen Prozess eingebunden sein“, sagt Vincent Cziesla, Stadtverordneter der Linksfraktion.

Vorbild ist das Modell der Stadt Mülheim an der Ruhr. Dort ist der Jugendstadtrat seit 2006 fester Bestandteil der Hauptsatzung, hat eine eigene Wahlordnung und zahlreiche Einflussmöglichkeiten. Auch in Neuss soll eine Wahlordnung sicherstellen, dass sich der Jugendstadtrat aus Vertretern aller Schulformen zusammensetzt.

Cziesla: „Wir wollen endlich mit den jungen Menschen in Neuss reden, ihnen zuhören und ihre Vorstellungen ernst nehmen. Jugendhilfeausschuss und Thinktanks sind keine ausreichenden Alternativen hierfür, weil dort grundsätzlich nur über Kinder und Jugendliche gesprochen wird. Umfragen, Planspiele und Politikprojekte hingegen lassen grundsätzlich nur Stimmen zu einzelnen Themen zu und verfolgen somit einen anderen Zweck. Unser Ziel ist die dauerhafte und festgeschriebene Einflussnahme junger Menschen auf den politischen Prozess.“

Darüber hinaus soll der Jugendstadtrat ein eigenes Budget erhalten und damit Projekte entwickeln, die das politische Engagement von Kindern und Jugendlichen fördern und ihre Wünsche und Ideen für das Leben in Neuss erkunden. Die Arbeit des Kinder- und Jugendstadtrates soll von der Verwaltung unterstützt und gefördert werden.

„Es gibt Kinder und Jugendliche in Neuss, die mitreden wollen. Sie haben einen Anspruch darauf, dass wir uns mit ihnen auseinandersetzen. Der Jugendstadtrat wird für diese Auseinandersetzung Waffengleichheit schaffen, indem er die Fachkompetenz der Verwaltung mit den jungen Vertretern teilt und indem er ihnen die Möglichkeit gibt, eine eigene wirkungsvolle Projekt- und Öffentlichkeitsarbeit durchzuführen. Wir sind bereit, die Teilhabe junger Menschen zu stärken und fordern die anderen Fraktionen dazu auf, es uns gleich zu tun.“

Der Antrag zum Download (.pdf): Bildung eines Jugendstadtrates in Neuss

 

Bild auf dieser Seite: CFalk  / pixelio.de


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