Rekrutierung Minderjähriger – Kritik unerwünscht!

26. September 2017  News
Soldaten mit Gewehr

Es war nicht das erste Mal in Neuss: die Kinderrechtsorganisation „terre des hommes“ in Neuss wurde erneut in ihrer Arbeit für die Umsetzung der Kinderrechte behindert. Bei der Messe „Beruf Konkret“ wirbt regelmäßig die Bundeswehr unter den oft minderjährigen Schülerinnen und Schülern um neue Soldaten.

 

 

„terre des hommes“ wollte in diesem Jahr darauf aufmerksam machen, dass die Rekrutierung Minderjähriger gegen die internationalen Rechte der Kinder verstößt und wurde prompt mit Polizeiunterstützung aus der Veranstaltung geworfen. Wir zitieren an dieser Stelle die Mitteilung von „terre des hommes“ vom 19.09.2017 im Wortlaut:

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen, liebe Freunde.

Morgen, am 20. September 2017, ist Weltkindertag.

Unter dem Motto „Kindern eine Stimme geben!“ machen zahlreiche Initiativen, so auch die Kinderhilfsorganisation terre des hommes, darauf aufmerksam.

Seit Januar 1967, also seit genau 50 Jahren, setzt sich terre des hommes für die Umsetzung der Kinderrechte ein. So auch in Neuss, wo sich schnell Menschen gefunden haben,  und eine Arbeitsgruppe gründeten. Die Bekanntmachung der Kinderrechte ist bis heute ein Schwerpunkt unserer ehrenamtlichen Arbeit vor Ort.

Einer der Forderung von terre des hommes an die Politik ist seit langem „Unter 18 Nie“ -keine Rekrutierung von Minderjährigen bei der Bundeswehr-

Nach dieser Forderung sind Minderjährige aufgrund ihrer besonderen Schutzbedürftigkeit grundsätzlich von militärischen Strukturen, militärischem Drill und Militäreinsätzen fernzuhalten. Dies gilt insbesondere für den Umgang mit Waffen.

So die Forderung der UN-Kinderrechtskommission.

Die Bundeswehr rekrutiert seit vielen Jahren Minderjährige. Im letzten Jahr (2016) waren es über 2000 junge Menschen unter 18 Jahren.

Am Samstag, den 16.09.17 habe ich das zum Anlass genommen, bei der Messe „Beruf Konkret“ in Neuss -in den Räumen der Sparkasse Neuss- vor dem Stand der Bundeswehr darauf aufmerksam zu machen. Hier sind, erfahrungsgemäß, viele Minderjährige anwesend. Mit einen „Sandwich“ am Körper ausgestattet, habe ich auf die unsägliche Rekrutierung von Minderjährigen aufmerksam gemacht.

In kürzester Zeit hat die Sparkasse Neuss mir ein Hausverbot erteilt und die Polizei gerufen.

terre des hommes nimmt das Motto „Kindern eine Stimme geben!“ sehr ernst.

Da sie noch keine Möglichkeiten haben, z.B bei der kommenden Bundestagswahl abzustimmen, übernimmt auch terre des hommes ihre Interessen.

Alle wollen für die Kinder nur das beste, die Eltern, Schulen, Initiativen, Parteien, also die gesamte Gesellschaft. So auch die Kinderhilfsorganisation terre des hommes.

Das Beispiel von Samstag zeigt aber, mit wie viel Schwierigkeiten wir dabei zu tun haben, „Den Kindern eine Stimme geben“

Die Sparkassen sind ja Anstalten des öffentlichen Rechts. Ich finde es einfach Skandalös, wie hier mit uns umgegangen wurde.

Ich möchten sie, meine Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde bitten uns dabei zu Helfen, die Kinderrechte zu verwirklichen.

Bitte nutzen sie dabei ihre Möglichkeiten.

Mit freundlichen Grüßen

Gerd Faruß

Sprecher terre des hommes Neuss

 

Ein Skandal, beachtet man, dass den Kindern gerade bei solchen Veranstaltungen das Recht zusteht, auch von anderen Seiten umfassend informiert und über ihre Rechte aufgeklärt zu werden. 

Bereits im Mai 2015 wurde eine Veranstaltung von „terre des hommes“ gegen Bundeswehrwerbung an Schulen in Neuss verhindert, indem die Stadt am Abend vor der Veranstaltung den vereinbarten Veranstaltungsraum kündigte und somit auch ein Ausweichen unmöglich machte.

Die Fraktion DIE LINKE setzt sich konsequent gegen die Bundeswehrwerbung an Schulen und Berufsmessen ein. So forderten wir im Jahr 2015 ein Ende der Kooperation mit der Bundeswehr, wenn es um die Anwerbung von Minderjährigen geht. Keine andere Fraktion im Neusser Stadtrat schloss sich dieser Ansicht an; stattdessen hagelte es scharfe Angriffe von allen Seiten. Wir lassen uns nicht einschüchtern und bleiben dran!

 

(Bild auf dieser Seite: copyright by Gabi Eder  / pixelio.de)


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