Schulentwicklung: Vorschlag der Neusser Schulleiter ernsthaft diskutieren!

07. November 2017  News

Die Situation der Neusser Schullandschaft kennt sicherlich niemand besser als die erfahrenen Praktiker aus den Schulen selbst. Schon deshalb verdient ihr Vorschlag, die Comenius-Schule in eine Gesamtschule und die Sekundarschule Neuss in eine Realschule umzuwandeln, eine ernsthafte Diskussion.

 

 

DIE LINKE hält diesen Vorschlag auch in der Sache für bedenkenswert, wie ihr Fraktionsvorsitzender Roland Sperling ausführt:

„Der Vorschlag hat zwei wesentliche Vorteile: Erstens setzt er den Elternwillen um. Zweitens löst er das Problem der bei allen – mit Ausnahme einiger Politiker – ungeliebten Sekundarschule.

Wir LINKE wollen eine Schule für alle, in der Kinder gemeinsam lernen und individuell gefördert werden. Ein gegliedertes Schulsystem ist nicht in der Lage, gleiche und gerechte Bildungschancen für alle zu schaffen, sondern grenzt Migrantinnen und Migranten und Kinder aus armen Familien systematisch aus. Allerdings ist die Sekundarschule kein Schritt in diese Richtung, sondern verschärft das Problem noch. Ein eher verschämtes 3-Klassen-Bildungssystem hat sie durch ein offenes 2-Klassen-Bildungssystem ersetzt. Sekundarschulen sind nicht nur bei Schülern und Lehrern völlig unbeliebt, sondern stehen – ob zu Recht oder Unrecht – bei Arbeitgebern meist im Ruf einer „Restschule“. Alle Versuche, das Image der Sekundarschule zu bessern, haben nichts daran geändert, dass sich die Schüler und Schülerinnen einer Sekundarschule zu Recht oft stigmatisiert fühlen.

Die Umwandlung einer Sekundarschule in eine Realschule ist sicherlich nicht der Königsweg. Sie als „Rolle rückwärts“ zu denunzieren stellt die Sache aber auf den Kopf.

Da die Schulpolitik in Deutschland starrsinnig am gegliederten Schulsystem festhält, sind derzeit leider nur schlechte Lösungen möglich. Der Vorschlag der Neusser Schulleiter ist aber vielleicht von den schlechten Lösungen eine der besseren.“


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