Sozialausschuss gründet Arbeitsgruppe gegen Wohnungslosigkeit

24. Februar 2017  Antrag, News

Auf Antrag der Fraktion DIE LINKE hat der Sozialausschuss in seiner Sitzung am vergangenen Mittwoch mit großer Mehrheit die Gründung einer Arbeitsgruppe „Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Neuss“ beschlossen. In der Antragsbegründung stellte Vincent Cziesla, sozialpolitischer Sprecher der Linksfraktion, die aktuelle Situation dar: „Die Zahl der Wohnungsnotfälle steigt, ebenso die Zahl der Wohnungslosen. Die Lage am Wohnungsmarkt wird sich weiter verschärfen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, einen Schwerpunkt in der politischen Diskussion zu setzen.“

 

 

Die Arbeitsgruppe soll dabei neben den Obdachlosen auch die Menschen in den Fokus nehmen, die vorrübergehend Unterschlupf gefunden haben, von Wohnungslosigkeit bedroht sind oder besonders unter den hohen Mietpreisen leiden.

„Wir wollen auch über die Situation wohnungsloser Frauen sprechen, die häufig nicht von Hilfsangeboten erreicht werden. Wir müssen über die älteren Menschen in Neuss reden, die in zu teuren Wohnungen leben und daran nichts ändern können, weil es keine Angebote auf dem Wohnungsmarkt gibt. Das betrifft viele Menschen, deren Lebenspartner verstorben sind und deren Rente nicht ausreicht. Wir müssen uns die Lage bei den wohnungslosen jungen Erwachsenen anschauen.“

Darüber hinaus soll sich die Arbeitsgruppe eigene Schwerpunkte setzen, Hilfsangebote untersuchen und Präventions- und Betreuungslücken aufspüren. Ziel ist es, konkrete politische Vorschläge zu erarbeiten, um die Situation der Menschen zu verbessern, die besonders von der Wohnungskrise betroffen sind.

Gelobt wurde die Arbeit der Fachstelle Wohnen, die im vergangenen Quartal sehr gute Ergebnisse in der Wohnungsvermittlung für wohnungslose Menschen erzielen konnte. Doch es wurde auch die Dynamik deutlich:

„Steigt die Zahl der Wohnungsnotfälle ruckartig an oder gelingt es nicht ständig, den hohen Standard bei den Vermittlungen zu halten, dann sind die Kapazitäten in der Unterbringung Wohnungsloser sehr schnell erschöpft“, so Cziesla.

Der Beschluss über die Gründung der Arbeitsgruppe wurde mit lediglich zwei Gegenstimmen gefasst. Die Leitung der AG wurde der Seniorenbeauftragten Karin Kilb übertragen, zum Stellvertreter wurde Vincent Cziesla gewählt. Frau Kilb und Herr Cziesla werden die Sitzungen der Arbeitsgruppe zusammen mit der Verwaltung vorbereiten. An den Sitzungen sollen auch Vertreter von in Neuss tätigen Sozialverbänden teilnehmen. Nach einem Jahr soll die Arbeit der AG evaluiert werden.


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