Verkehrswende vorantreiben: Bike-Sharing für Neuss

30. Juni 2019  Antrag

Im ADFC-Fahrradklimatest schnitt die Stadt Neuss beim Angebot von Leihfahrrädern mit der Schulnote 4,7 ab. 27 Prozent der Teilnehmer hatten bei diesem Punkt gar eine glatte 6 vergeben. Die Ratsfraktion DIE LINKE wundert das nicht, schließlich gibt es in Neuss keine schnell verfügbaren und leicht zugänglichen Bike-Sharing-Angebote. Messbare Fortschritte gab es in den vergangenen Jahren nicht.




„Im Jahr 2015 wurde schon einmal über ein Leihfahrrad-Angebot diskutiert. Neuss, so hieß es damals, sei zu klein für ein eigenes Angebot. Schließlich versandete die Diskussion im Durcheinander der Verkehrsausschüsse, Unterausschüsse und Arbeitsgruppen“, sagt Christian Babel, radverkehrspolitischer Sprecher der Linken.

In der nächsten Ratssitzung will DIE LINKE das Thema nun noch einmal mit einem neuen Ansatz angehen. Demnach soll die Stadtverwaltung beauftragt werden, zu prüfen, ob ein Bike-Sharing-Anbieter aus Düsseldorf für eine Ausweitung seines Angebotes bis nach Neuss gewonnen werden kann.

„Dann wäre sogar ein Pendelverkehr mit Leihfahrrädern zwischen Neuss und Düsseldorf möglich. Da wir uns hierfür ein Floating-Konzept wünschen, entfallen auch aufwendige Investitionen in stationäre Infrastruktur. In Düsseldorf wird das Angebot gut angenommen und erleichtert den Verzicht auf einen PKW, auch wenn gerade keine gute Bus- oder Bahnverbindung vorhanden ist. Für den Verkehr innerhalb von Neuss aber auch nach Düsseldorf sehen wir hier eine große Chance, klimafreundlich eine Alternative zum Auto zur Verfügung zu stellen“, so Babel.

Beim free-floating-Konzept können die Fahrräder einfach im Stadtgebiet entliehen und am Zielort abgestellt werden. Es gibt keine festen Fahrradstationen, eine App zeigt die Standorte verfügbarer Leihräder.

Darüber hinaus will die LINKE auch Überlegungen zum Aufbau eines stationsgebundenen, kommunalen Sharing-Angebotes vorantreiben. Dafür soll die Stadt in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken prüfen, wie besondere Fahrräder (z.B. Lastenräder und Spezial-Räder für Menschen mit Behinderung) angeboten werden können.

„Wir brauchen ein Umdenken: auch der Transport von Lasten muss zukünftig anders funktionieren. Allerdings sind Lastenräder sehr teuer. Hier würde sich ein Verleihsystem gleich doppelt bezahlt machen, indem es neue Möglichkeiten für die individuelle Mobilität zu einem bezahlbaren Preis bietet. Letztlich profitieren dann alle von einem geringeren Autoverkehr“, erklärt Babel.

Zugleich kann ein solches Fahrradverleih-Konzept für Menschen mit Behinderung eine gute Ergänzung zum ÖPNV-Netz darstellen und auch hier neue Möglichkeiten autofreier Mobilität bieten.


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