Weitere Gewerbeflächen für Neuss? LINKE beantragt Flächenmoratorium

12. November 2018  Antrag, News

Die LINKE fordert einen Paradigmenwechsel bei der Planung von Gewerbeflächen: „Der prognostizierte „Bedarf“ an neuen Gewerbeflächen wird bislang ausschließlich mit dem Bedarf von Unternehmen nach neuen Standorten gleichgesetzt. Ob und welchen Bedarf die Stadt Neuss und Ihre Bewohner haben – etwa als Bedarf nach weiteren Arbeitsplätzen oder nach höheren Gewerbesteuereinnahmen – , spielt dagegen überhaupt kein Rolle. Das wollen wir ändern“, so Fraktionsvorsitzender Roland Sperling.

Auch das Gewerbeflächengutachten der Fa. Dr. Jansen GmbH, das im AWL besprochen wurde und einen angeblichen Bedarf von 106 ha bis 2035 errechnet hat, folgt der falschen Logik und schreibt lediglich Verkaufszahlen aus der Vergangenheit fort. Die Linke wird in einem Änderungsantrag (s. Anlage) ein Flächenmoratorium für Gewerbeflächen beantragen. Das führt dazu, dass einstweilen keine weiteren Gewerbeflächen entwickelt, ausgewiesen oder umgesetzt werden.

„Wird weiterhin der Bedarf einseitig aufgrund der Nachfrage ermittelt, ist absehbar, dass der Flächenfraß immer weitergeht. Aber wie viel Naherholungsgebiet, wie viel Lebensraum von Tieren und Pflanzen soll in Neuss noch einer unhinterfragten Wachstumsideologie geopfert werden? Schließlich ist auch in Neuss die Fläche nicht unendlich.“

Die Linke fordert deshalb ein Umdenken und ein Stadtentwicklungskonzept 2035 unter Mitwirkung der Neusser Bevölkerung. „Wohin soll sich unsere Stadt entwickeln? Soll es hauptsächlich quantitatives Wachstum geben, oder stellen wir z.B. fest, dass Neuss nach ökologischen Kriterien seine maximale Größe bereits erreicht hat? Und welche Auswirkungen hat dies auf den Gewebeflächenbedarf? Diese Fragen gilt es vorab zu klären, bevor der Druck auf die Freiflächen weiter erhöht wird.“

Unser Antrag zum Download:

Antrag: Gewerbeflächenmoratorium(.pdf)


Ein Kommentar zu „Weitere Gewerbeflächen für Neuss? LINKE beantragt Flächenmoratorium”

  • Ursula sagt:

    Ihren Ausführungen kann ich nur zustimmen. Wir wohnen in Norf, auf der Mainstr. Ein nicht ausgewiesenes Gewerbegebiet, das aber als solches von der Stadt Neuss behandelt wird. Tatsächlich handelt es sich um eine Gemengelage wobei das Wohnen in diesem Gebiet von der Stadt Neuss völlig ignoriert wird. Bauliche Tatsachen werden geschaffen und Baugenehmigungen mit fragwürdiger Begründung genehmigt, ohne Rücksicht auf die Anwohner. Die Flächenverdichtung nimmt weiter zu. Die Verkehrslage ist durch die ansässigen Betriebe eine einzige und ungeregelte Katastrophe, bei der auf das Wohl und Wehe der Fußgänger und Radfahrer keinerlei Rücksicht genommen wird. Die Anwohner sind allein gelassen, da weder das Bauamt, noch das Ordnungsamt bei gemeldeten Verstößen einschreitet.
    Ich denke, es geht nicht nur um den Lebensraum der Tiere sondern auch um ein menschenwürdiges Wohnen.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.